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Kaspar Hauser

Reinhard Mey
Version1
90

Chords in this song

Strum
D-DU-UDU
 1. Sie sagten,  er käme  von Nürnberg her
  und er spräche  kein Wort.
  Auf dem Marktplatz  standen sie um  ihn her
  Und begafften  ihn dort.
  Die einen  raunten: "Er ist ein Tier"
  Die andern  fragten: "Was will der hier?"
  Und daß  er sich doch  zum Teufel scher'.
  "So jagt  ihn doch fort,  so jagt  ihn doch fort!"
 2. Sein Haar  in Strähnen  und wirre,
  Sein Gang  war gebeugt.
  "Kein Zweifel,  dieser Irre
  Ward vom Teufel  gezeugt."
  Der Pfarrer  reichte ihm einen Krug
  Voll Milch, er sog  in einem Zug.
  "Er trinkt  nicht vom Geschirre,
  Den hat die Wölfin  gesäugt,  den  hat die Wölfin gesäugt!"
 3. Mein Vater,  der in uns'rem  Orte
  Schulmeister  war,
  Trat vor  ihn hin, trotz böser  Worte
  Rings aus  der Schar;
  Er sprach  zu ihm ganz ruhig, und
  Der Stumme  öffnete den Mund
  Und stammelte  die Worte:
  "Heiße  Kaspar, heiße  Kaspar".
 4. Mein Vater  brachte ihn  ins Haus,
  "Heiße  Kaspar!"
  Meine Mutter  wusch seine Kleider  aus
  Und schnitt  ihm das Haar.
  Sprechen  lehrte mein Vater ihn,
  Lesen  und schreiben und es schien,
  Was man  ihn lehrte, sog er in  sich auf -
  Wie gierig  er war,  wie gierig  er war!
 5. Zur Schule  gehörte  derzeit
  Noch das Üttinger  Feld,
  Kaspar  und ich pflügten  zu zweit,
  Bald war alles  bestellt;
  Wir hegten  und pflegten jeden Keim,
  Brachten  im Herbst die Ernte ein,
  Von den Leuten  vermaledeit,
  Von deren Hunden  verbellt,  von deren Hunden  verbellt.
 6. Ein Wintertag,  der Schnee  lag frisch,
  Es war Januar.
  Meine Mutter  rief uns: "Kommt  zu Tisch,
  Das Essen  ist gar!"
  Mein Vater  sagte: "...Appetit",
  Ich wartete  auf Kaspars Schritt,
  Mein Vater  fragte mürrisch:
  "Wo bleibt Kaspar?,  wo bleibt Kaspar?"
 7. Wir suchten,  und wir fanden  ihn
  Auf dem Pfad  bei dem Feld,
  Der Neuschnee  wehte über  ihn,
  Sein Gesicht  war entstellt.
  Die Augen  angstvoll aufgerissen,
  Sein Hemd  war blutig und zerrissen.
  Erstochen  hatten sie ihn,
  Dort am Üttinger  Feld,  dort  am Üttinger Feld!
 8. Der Polizeirat aus  der Stadt
  Füllte  ein Formular.
  "Gott nehm'  ihn hin in seiner Gnad",
  Sagte der Herr Vikar.
  Das Üttinger  Feld liegt lang schon brach,
  Nur manchmal  bell'n mir noch die Hunde nach,
  Dann streu'  ich ein paar Blumen  auf den Pfad,
  Für  Kaspar,  für Kaspar.

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Readable chord sheet for Kaspar Hauser by Reinhard Mey

1.  Sie [Am]sagten, er käme[D] von Nürnberg her
    und er [Am]spräche kein Wo[C]rt.[E]   [Am]
    Auf dem [Am]Marktplatz standen sie [D]um ihn her
    Und beg[Am]afften ihn dort.  [C]     [E]        [Am]
    Die [G]einen raunten: "Er ist ein Tier"
    Die [Am]andern fragten: "Was will der hier?"
    Und [D]daß er sich doc[G]h zum Teufel scher'.
    "So [Am]jagt ihn doch fort, [E]  so [Am]jagt ihn doch fort!"

2.  Sein [Am]Haar in Strähnen[D] und wirre,
    Sein [Am]Gang war gebeugt.  [C]     [E]        [Am]
    "Kein [Am]Zweifel, dieser [D]Irre
    Ward vom [Am]Teufel gezeugt."  [C]     [E]        [Am]
    Der [G]Pfarrer reichte ihm einen Krug
    Voll Milch, er [Am]sog in einem Zug.
    "Er [D]trinkt nicht vom Gesch[G]irre,
    Den hat die [Am]Wölfin ges&[E]auml;ugt,   de[Am]n hat die Wölfin gesäugt!"

3.  Mein [Am]Vater, der in [D]uns'rem Orte
    [Am]Schulmeister war,  [C]     [E]        [Am]
    Trat [Am]vor ihn hin, trotz [D]böser Worte
    Rings [Am]aus der Schar;  [C]     [E]        [Am]
    Er [G]sprach zu ihm ganz ruhig, und
    Der [Am]Stumme öffnete den Mund
    Und [D]stammelte die [G]Worte:
    "Hei&sz[Am]lig;e Ka[E]spar,   [Am]heiße Kaspar".

4.  Mein [Am]Vater brachte [D]ihn ins Haus,
    "Hei&sz[Am]lig;e Kasp[C]ar![E]"  [Am]
    Meine [Am]Mutter wusch seine [D]Kleider aus
    Und [Am]schnitt ihm das Haar.  [C]     [E]        [Am]
    [G]Sprechen lehrte mein Vater ihn,
    [Am]Lesen und schreiben und es schien,
    Was [D]man ihn lehrte, sog er [G]in sich auf -
    Wie [Am]gierig er war, [E]  wie [Am]gierig er war!

5.  Zur [Am]Schule geh&ouml[D];rte derzeit
    Noch das [Am]Üttinger F[C]eld[E],  [Am]
    Kas[Am]par und ich [D]pflügten zu zweit,
    Bald war [Am]alles bestellt;  [C]     [E]        [Am]
    Wir [G]hegten und pflegten jeden Keim,
    [Am]Brachten im Herbst die Ernte ein,
    Von den [D]Leuten vermaled[G]eit,
    Von deren [Am]Hunden verbellt, [E]  von deren [Am]Hunden verbellt.

6.  Ein [Am]Wintertag, der Sch[D]nee lag frisch,
    Es war [Am]Januar.  [C]     [E]        [Am]
    Meine [Am]Mutter rief uns: "[D]Kommt zu Tisch,
    Das [Am]Essen ist gar!"  [C]     [E]        [Am]
    Mein [G]Vater sagte: "...Appetit",
    Ich [Am]wartete auf Kaspars Schritt,
    Mein [D]Vater fragte [G]mürrisch:
    "Wo bleibt [Am]Kaspar?, [E]  wo bleibt [Am]Kaspar?"

7.  Wir [Am]suchten, und wir [D]fanden ihn
    Auf dem [Am]Pfad bei dem Feld,  [C]     [E]        [Am]
    Der [Am]Neuschnee wehte [D]über ihn,
    Sein [Am]Gesicht war entstellt.  [C]     [E]        [Am]
    Die [G]Augen angstvoll aufgerissen,
    Sein [Am]Hemd war blutig und zerrissen.
    Erst[D]ochen hatten sie [G]ihn,
    Dort am [Am]Üttinger F[E]eld,   dor[Am]t am Üttinger Feld!

8.  Der [Am]Polizeirat [D]aus der Stadt
    Füllte[Am] ein Formul[C]ar.[E]   [Am]
    "Gott [Am]nehm' ihn hin in seiner [D]Gnad",
    Sagte der Herr [Am]Vikar.  [C]     [E]        [Am]
    Das [G]Üttinger Feld liegt lang schon brach,
    Nur [Am]manchmal bell'n mir noch die Hunde nach,
    Dann [D]streu' ich ein paar [G]Blumen auf den Pfad,
    F&uu[Am]ml;r Kas[E]par,  [Am] für Kaspar.

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