Ich Glaube Nicht
Reinhard MeyVersion1
90
Chords in this song
Strum
D-DU-UDU
Hin und wieder geißl ich mich und geh hart mit mir ins Gericht
Und befrag mich hochnotpeinlich, ob ich glaube oder nicht.
Nur ein bißchen Folter und schon erpress ich mir den Beweis,
Daß ich erstens gar nichts glaube und zweitens gar nichts weiß.
Ich glaub nur, daß, wenn es ihn tatsächlich geben sollte,
Er, was hier in seinem Namen abgeht, gar nicht wollte!
Erstmal glaub ich, daß die Weihwasserbeckenfrösche ihn stören
Und die viel zu großen Häuser, die angeblich ihm gehören.
Glaubt ihr denn, er ist auf Lakaien und Grundbesitz erpicht?
Jasager und Immobilien? Ich glaube nicht!
Ich glaub nicht, wenn es ihn wirklich gibt, daß ers überaus liebt,
Daß sich jemand hartnäckig als sein Stellvertreter ausgibt
Und sich für unfehlbar hält. Ich glaub nicht, daß es ihm gefällt,
Daß man ihm krause Ansichten als sein Wille unterstellt
Ich verwette mein Gesäß: Brimborium und Geplänkel,
Mummenschanz und Rumgeprotze gehn ihm auf den Senkel,
Dieses Ringeküssen, diese selbsgefällgen Frömmigkeiten,
Dies in seinem Namen Eselein und Torheiten verbreiten.
Glaubt ihr, daß er will, daß irgendwer an seiner Stelle spricht?
Irgend so ein kleines Licht? Ich glaube nicht!
Ich glaub nicht, daß er in seiner Weisheit, seinem ewgen Rat
Sowas Abartiges ausgeheckt hat wie den Zölibat,
Denn sonst hätt er sich zum Arterhalt was andres ausgedacht
Und uns nicht so fabelhafte Vorrichtungen angebracht.
Welch ein Frevel, daran rumzupfuschen, zu beschneiden,
Zu verstümmeln! Statt sich dran zu erfreun, dran zu leiden!
Und wenn Pillermann und Muschi nicht in den Masterplan passen,
Glaubt ihr nicht, er hätt sie schlicht und einfach weggelassen?
Glaubst du Mensch, armselger Stümper, du überheblicher Wicht,
Daß du daran rumschnippeln darfst? Ich glaube nicht!
Ich glaub nicht, daß ihm der Höllenlärm etwas bedeutet,
Wenn man in die göttliche Ruhe hinein die Glocken läutet.
Ich bin sicher, daß er es als schlimme Lästerung betrachtet,
Wenn man, um ihn zu bestechen, kleine Lämmerchen abschlachtet
Und er muß sich sofort übergeben, denkt er nur ans Schächten,
Oder an die schleimgen Heuchler, an diese gottlosen Schlechten,
Die scheinheilig die Kinderlein zu sich kommen lassen
Und ihnen in die Hose fassen!
Ich glaub nicht, daß er in Euren pompösen Palästen thront,
Ich glaub eher, daß er beim geringsten meiner Brüder wohnt,
Eher bei den Junkies, bei den Trebern im Park als in Rom,
Eher in den Slums, den Schlachthöfen, den Ghettos als im Dom,
Im Parterre bei Oma Krause, in der Aldi-Filiale,
Eher auf dem Straßenstrich als in der Kathedrale,
Wo Schiefköpfige, Händeknetende Schuldgefühle schüren,
Eitel, selbstgerecht, als würden sie IHN an der Leine führen.
Eher als in Eurer düstren, modrig-lustfeindlichen Gruft
Sitzt er unter freiem Himmel in der lauen, klaren Luft,
Neben mir auf der Bank vor der Gartenlaube
Bei einer Flasche Deidesheimer Herrgottsacker, ja, ich glaube!
Ja, ich glaube!
Source: Songsterr · Rights holder? Request removal.
Readable chord sheet for Ich Glaube Nicht by Reinhard Mey
Hi[A]n und wieder geißl ich mich und geh [D]hart mit mir i[A]ns Gericht Und befr[A]ag mich hochnot[F#m]peinlich, ob ich g[B]laube oder ni[E]cht. Nur ein [D]bißchen F[C#]olter und schon erp[F#m]ress ich mir de[D]n Beweis, Daß[D]; ich erstens gar n[C#m]ichts glaube [D]und zwe[E]itens gar ni[A]chts weiß. Ich glaub n[D]ur, daß, wenn es ihn tatsächlich geben sollte, Er, was hi[A]er in seinem Namen abgeh[F#m]t, gar nicht wo[B]llte! Erstmal g[Em]laub ich, daß[A] die Weihwas[F#m]serbeckenfrö[Bm]sche ihn stören Und die v[C#]iel zu großen Häu[F#]ser, die angeblich ihm gehören. Glaubt ihr de[G]nn, er ist auf [A]Lakaien und [F#m]Grundbesitz erpic[B]ht? Jasa[G]ger und Immobil[D]ien? Ich [Em]glau[A]be nic[D]ht! [E7] Ich glaub n[A]icht, wenn es ihn wirklich gibt, da&sz[D]lig; ers &uum[A]l;beraus liebt, Daß s[A]ich jeman[F#m]d hartnäckig als[B] sein Stellvert[E]reter ausgibt Und sich [D]für unfehl[C#]bar hält. Ich glau[F#m]b nicht, da&szli[D]g; es ihm gefällt, Daß[D]; man ihm krau[C#m]se Ansichten als [D]sein Wi[E]lle unte[A]rstellt Ich ver[D]wette mein Gesäß: Brimborium und Geplänkel, Mummensch[A]anz und Rumgeprotze gehn ih[F#m]m auf den Se[B]nkel, Dieses R[Em]ingeküsse[A]n, diese sel[F#m]bsgefällge[B]n Frömmigkeiten, Dies in se[C#]inem Namen Eselein und T[F#]orheiten verbreiten. Glaubt ihr, da[G]ß er will, [A]daß i[F#m]rgendwer an seiner [B]Stelle spricht? Irgend s[G]o ein kleines L[D]icht? Ich[Em] gla[A]ube ni[D]cht! [E7] Ich glaub n[A]icht, daß er in seiner Weish[D]eit, seinem ew[A]gen Rat Sowas A[A]bartiges a[F#m]usgeheckt hat w[B]ie den Zö[E]libat, Denn sonst h[D]ätt er sich[C#] zum Arterhalt[F#m] was andres ausg[D]edacht Und uns ni[D]cht so fabel[C#m]hafte Vorrichtung[D]en an[E]gebra[A]cht. Welch ein F[D]revel, daran rumzupfuschen, zu beschneiden, Zu verst&uu[A]ml;mmeln! Statt sich dran zu[F#m] erfreun, dran[B] zu leiden! Und wenn [Em]Pillermann und M[A]uschi nicht in [F#m]den Masterplan p[Bm]assen, Glaubt ihr n[C#]icht, er hätt sie schlicht und e[F#]infach weggelassen? Glaubst du Me[G]nsch, armselger St&u[A]uml;mper,[F#m] du überheb[B]licher Wicht, Da&s[G]zlig; du daran [D]rumschnippeln darfst[Em]? Ic[A]h glau[D]be nicht! [A]Ich glaub nicht, daß ihm der Hö[E]llenlärm etwas bedeutet, Wenn man [F#m]in die gött[B]liche Ruhe[E] hinein die Glocken läutet. Ich bin sich[C#]er, daß er es als schlim[F#m]me Lästerung betrachtet, Wenn man, u[C#]m ihn zu bestechen, kleine L&[F#m]auml;mmerchen abschlachtet Und er [Bm]muß sich sofort ü[F#m]bergeben, denkt er nur ans Schächten, Oder [Ab]an die schleimgen Heuchler, an dies[C#]e gottlosen Schlechten, Die scheinhe[D]ilig die Kin[E]derlein zu sich k[A]ommen lassen Und [D]ihnen [A]in die [A]Hose f[B]as[E]sen! Ich glaub n[A]icht, daß er in Euren[D] pompösen P[A]alästen thront, Ich glaub e[A]her, da&szli[F#m]g; er beim gering[B]sten meiner Br[E]üder wohnt, Eher [D]bei den Junkies, b[C#]ei den Trebern[F#m] im Park als in R[D]om, Eher [D]in den Slums, den [C#m]Schlachthöfen, de[D]n Ghe[E]ttos als[A] im Dom, Im Par[D]terre bei Oma Krause, in der Aldi-Filiale, Eher a[A]uf dem Straßenstrich als[F#m] in der Kathe[B]drale, Wo Schief[Em]köpfige[A], Hände[F#m]knetende Schuldge[Bm]fühle schüren, Eitel, s[C#]elbstgerecht, als würden sie[F#] IHN an der Leine führen. Eher a[G]ls in Eurer d[A]üstren, mo[F#m]drig-lustfeindliche[Bm]n Gruft Sitzt er [G]unter freiem H[A]immel in der [F#m]lauen, klaren Lu[B]ft, Neben [G]mir auf der Bank v[A]or der Garte[F#m]nlaube[Bm] Bei einer Fl[G]asche Deide[Em]sheimer Herrgott[Asus4]sacker[A], ja, ich g[G]la[A]ub[B]e! Ja, ich [G]gla[A]ube![D] [A] [D]