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Der Fischer Und Der Boss

Reinhard Mey
Version1
90

Chords in this song

Strum
D-DU-UDU
Der  Fischer lehnt am Ruderhaus  und sieht ueber  den  Bug,
Den  wehenden Schaumkronen  nach und folgt  dem Wolkenflug.
 (  )
 Der Kutter liegt im Hafen vorn und achtern gut vertaeut.
 Ein Tief  ueberm Atlantik,  da kommt starker  Tobak  heut!
 Er faehrt  bis zu den Faeroeern, kennt  das Revier genau.
 Er faehrt  fuer Butt und Meeraesche, fuer Lachs  und Kabeljau
 Und manchmal  fuer Touristen  zum Dorschangeln,  ein paar Meiln,
   (  )
 Die ihn gut bezahln, und im Weg rumstehn und sich an Land langweiln.
 Aber  bei diesem Wetter, da geht  hier keiner mehr raus,
Da  bleibt selbst Ekke  Nekkepen bei den Meerjungfraun  im Muschelhaus.
 Der Boss laesst halten und steigt aus und mit ihm ein ganzer Tross
 Jeder kann sehn, da kommt nicht irgendwer, da kommt der Boss!
 Der will einen Dorsch an den Haken, heut, nicht irgendwann,
 Und er zahlt den dreifachen Preis dafuer, darauf kommt es nicht an.
 Der Fischer lacht Vielleicht nicht aufs Geld, aber aufs Wetter schon!
 Der Boss kennt keinen Widerspruch, nun gut Fuenffachen Lohn!
 Ich fahr bei Wind und Wetter, doch was sich da zusammenbraut,
 Dafuer, mein Herr, sind wir beide zu klein und mein Boot ist dafuer nicht gebaut
 Der grosse Boss und ein kleiner Fischer, der sich bockig stellt
 Ich kauf deinen ganzen Jahresfang und ich zahl dir das zehnfache Geld
 Zehnfaches Geld Der Fischer sieht, wie der Rostfrass nagt am Boot,
 Oel leckt aus der Maschine, ein neuer Anstrich tut not.
 Zuhaus muss neues Reet ins Dach, das wartet zu lange schon,
 Und kaum zwei Wochen dann hat die Juengste Konfirmation.
 Dann laedt er nach der Kirche in den Dorfkrug, welch ein Fest,
 Wenn er die feinsten Speisen und Weine auftragen laesst
 Dabei der groesste Steinbutt, den er je gefangen hat.
 Doch vorher faehrt er noch mit der juengsten Tochter in die grosse Stadt
 Und kauft das schoenste Kleid fuer sie, sie soll die schoenste sein!
 Zehnfaches Geld Der kleine Fischer reicht dem grossen Boss die Hand
 Schlag ein
 Leinen los, vorn und achtern klar und volle Kraft voraus
 Und kaum in Luv der Mole geht ueber das Steuerhaus
 Die erste schwere See, noch schuettelt sich das Boot, da hetzt
 Die naechste schon heran vom Sturm der Wellenkamm zerfetzt,
 Die wirft den staehlernen Rumpf hoch empor, der Motor klagt
 Und heult auf unter Qualen, wenn die Schraube ins Leere ragt,
 Stuerzt ihn hinab ins Wellental, und schlaegt ihn krachend auf
 Und hebt ihn aus den Abgruenden zum naechsten Sturz hinauf.
 Jetzt tobt die Hoelle richtig los Das Boot rollt, stampft und kraengt
 Und es ist laengst nicht mehr das Steuer, das seinen Weg durch die Fluten lenkt.
 Jetzt brechen alle Wetter zugleich ueber das Boot herein,
 Ein letzter Schlag zerschmettert ihm das staehlerne Gebein.
 Aechzend bersten die Planken, dann verschlingt der schwarze Schlund
 Das Ruderhaus und Mann und Maus reisst es mit auf den Grund.
 Zwei Seenotkreuzer finden Tags drauf einen Rettungsring
 Und eine Oelspur im Revier, wo das Boot unterging.
 Im Grossformat trauert in allen Zeitungen sein Tross,
 Ein Requiem, und grosse Reden fuer den grossen Boss.
 Und Sonntag ist Palmarum und im Fischerhaus am Meer
 Sind die dunklen Fenster wie erloschene Augen, muedegeweint und leer.

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Readable chord sheet for Der Fischer Und Der Boss by Reinhard Mey

[Am]Der Fischer lehnt am [Em]Ruderhaus und [Am]sieht [Em]ueber den[Am] Bug,
[Am]Den wehenden Sch[Em]aumkronen nach und [Am]folgt dem W[G]olkenf[C]lug.
[F]                  ( [Dm] )            [C]         [G]
Der Kutter liegt im Hafen vorn und achtern gut vertaeut.
Ein [F]Tief ueberm A[Am]tlantik, da kommt [F]starker[G] Tobak[Am] heut!
Er fa[C]ehrt bis zu den Faeroeern, k[G]ennt das Revier genau.
Er f[Fm]aehrt fuer Butt und Meeraesche, fuer L[E7]achs und Kabeljau
Und [Am]manchmal fuer Touris[Fm]ten zum [G]Dorschangeln, ein paar M[Am]eiln,
         [Fm]             [Am]                   [Fm]   [G]      ( [Em] )  [Am]
Die ihn gut bezahln, und im Weg rumstehn und sich an Land langweiln.
Ab[C]er bei diesem Wetter, da geh[G]t hier keiner mehr raus,
[Fm]Da bleibt selbst Ekk[Am]e Nekkepen bei den M[G]eerjungfraun  im [Am]Muschelhaus.

Der Boss laesst halten und steigt aus und mit ihm ein ganzer Tross
Jeder kann sehn, da kommt nicht irgendwer, da kommt der Boss!
Der will einen Dorsch an den Haken, heut, nicht irgendwann,
Und er zahlt den dreifachen Preis dafuer, darauf kommt es nicht an.
Der Fischer lacht Vielleicht nicht aufs Geld, aber aufs Wetter schon!
Der Boss kennt keinen Widerspruch, nun gut    Fuenffachen Lohn!
Ich fahr bei Wind und Wetter, doch was sich da zusammenbraut,
Dafuer, mein Herr, sind wir beide zu klein und mein Boot ist dafuer nicht gebaut
Der grosse Boss und ein kleiner Fischer, der sich bockig stellt
Ich kauf deinen ganzen Jahresfang und ich zahl dir das  zehnfache Geld

Zehnfaches Geld Der Fischer sieht, wie der Rostfrass nagt am Boot,
Oel leckt aus der Maschine, ein neuer Anstrich tut not.
Zuhaus muss neues Reet ins Dach, das wartet zu lange schon,
Und kaum zwei Wochen dann hat die Juengste Konfirmation.
Dann laedt er nach der Kirche in den Dorfkrug, welch ein Fest,
Wenn er die feinsten Speisen und Weine auftragen laesst
Dabei der groesste Steinbutt, den er je gefangen hat.
Doch vorher faehrt er noch mit der juengsten Tochter in die grosse Stadt
Und kauft das schoenste Kleid fuer sie, sie soll die schoenste sein!
Zehnfaches Geld Der kleine Fischer reicht dem grossen Boss die Hand
Schlag ein

Leinen los, vorn und achtern klar und volle Kraft voraus
Und kaum in Luv der Mole geht ueber das Steuerhaus
Die erste schwere See, noch schuettelt sich das Boot, da hetzt
Die naechste schon heran vom Sturm der Wellenkamm zerfetzt,
Die wirft den staehlernen Rumpf hoch empor, der Motor klagt
Und heult auf unter Qualen, wenn die Schraube ins Leere ragt,
Stuerzt ihn hinab ins Wellental, und schlaegt ihn krachend auf
Und hebt ihn aus den Abgruenden zum naechsten Sturz hinauf.
Jetzt tobt die Hoelle richtig los  Das Boot rollt, stampft und kraengt
Und es ist laengst nicht mehr das Steuer, das seinen Weg durch die Fluten lenkt.

Jetzt brechen alle Wetter zugleich ueber das Boot herein,
Ein letzter Schlag zerschmettert ihm das staehlerne Gebein.
Aechzend bersten die Planken, dann verschlingt der schwarze Schlund
Das Ruderhaus und Mann und Maus reisst es mit auf den Grund.
Zwei Seenotkreuzer finden Tags drauf einen Rettungsring
Und eine Oelspur im Revier, wo das Boot unterging.
Im Grossformat trauert in allen Zeitungen sein Tross,
Ein Requiem, und grosse Reden fuer den grossen Boss.
Und Sonntag ist Palmarum und im Fischerhaus am Meer
Sind die dunklen Fenster wie erloschene Augen, muedegeweint und leer.

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